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Gregor Burkard gewinnt in Mugello

Vierter Lauf des Porsche Sports Cup Suisse

Mit einem überraschten Sieger endete das GT3 Cup-Sprintrennen des Porsche Sports Cup Suisse im italienischen Mugello: Gregor Burkard profitierte in der letzten Runde von einer verwirrenden Situation am Ende einer Gelbphase und fuhr als Erster über die Ziellinie. Das Endurance-Rennen mit den 485 PS starken 911 GT3 Cup entschied der 18-jährige Antonio Teixeira vor Dominik Fischli und Burkard für sich. Tabellenführer Alexander Fach wurde nach seinem Ausfall im Sprint noch Vierter. Damit klärt sich die Titelfrage erst in drei Wochen beim Saisonfinale in Misano. In der GT4 Clubsport-Klasse liess einmal mehr Francesco Fenici nichts anbrennen: Er ging aus beiden Rennen als Sieger hervor. Im Endurance-Lauf musste sich der Römer auf abtrocknender Strecke jedoch mit profillosen Slick-Reifen durch das komplette Konkurrenzfeld kämpfen. Die Gesamtwertung der 100-Meilen-Endurance sicherten sich Jan Klingelnberg / Dino Zamparelli mit ihrem Porsche 911 GT3 Cup aus der Open GT-Klasse. Die Porsche Drivers Competition Suisse auf dem 5,245 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs vor den Toren von Florenz gewann der Porsche 911 GT3-Fahrer Daniel Bütler mit hauchdünnem Vorsprung vor Nicolas Garski, während Peter Gafner seine Tabellenführung verteidigen konnte.

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup
Spektakulär und mit Gregor Burkard als glücklichem Sieger endete in Mugello das Sprintrennen des GT3 Cup. Antonio Teixeira musste von der Pole-Position aus zunächst Dominik Fischli den Vortritt lassen. Beide werden, ebenso wie Tabellenführer Alexander Fach, vom Verband Schweizer Porsche Clubs und der Porsche Schweiz AG gefördert. In der zweiten von 13 Runden rückte der amtierende Vizemeister die Reihenfolge aber wieder zurecht. Hinter den beiden lauerte Burkard auf seine Chance, musste sich jedoch selbst gegen einen furios attackierenden Fach verteidigen – bis der Junior-Pilot gegen Halbzeit des Rennens mit seinem 911 GT3 Cup von der Strecke rutschte und damit auch den Traum von der vorzeitigen Titelentscheidung aufgeben musste.

Die hierdurch ausgelöste Safety-Car-Phase nutzte Burkard, um zu den beiden Erstplatzierten aufzuschliessen. Wenig später rückte er an Fischli vorbei auf Rang zwei vor. Als in der letzten Runde wegen eines weiteren Zwischenfalls gelbe Doppelflaggen geschwenkt wurden, überschlugen sich die Ereignisse: Am Ende der tempobegrenzten Gefahrenzone konnte Teixeira nicht mehr beschleunigen. Fischli nutzte die Irritation und ging in Führung. Wenig später fürchtete er aber, versehentlich unter Gelb überholt zu haben und machte wieder Platz für Burkard, der auf diese Weise zum Sieg kam. Platz zwei sicherte sich Jose Teixeira, der ältere Bruder von Antonio. Fast wäre bei diesem Manöver auch noch Andreas Corradina durchgeschlüpft. Der 38-Jährige fuhr bei seinem Comeback im GT3 Cup bis auf die vierte Position vor, gefolgt von Marc Arn, Sébastien Pidoux und Mike Knutzon.

Für den verpassten Sieg revanchierte sich Antonio Teixeira im Endurance-Rennen. Der 18-Jährige war innerhalb der GT3 Cup-Wertung auf die Pole-Position gefahren und münzte diesen Vorteil beim Start sogleich in die Klassenführung um. Zumeist dicht dahinter: Dominik Fischli. Auch den Pflichtstopp am Ende der zwölften von 31 Runden absolvierte das Duo im Paarlauf. Danach schob sich aber Gregor Burkard zwischen die beiden, der einen Umlauf später in die Boxengasse abgebogen war. In Runde 27 musste er Fischli jedoch wieder passieren lassen. Im Ziel trennten die beiden Junior-Fahrer lediglich 0,691 Sekunden. Platz vier ging an Alexander Fach vor dem Doppelgespann Ernst Inderbitzin / Christopher Zöchling, die damit eine tolle Aufholjagd von der 14. Startposition krönten. Auf den weiteren Positionen: Marc Arn, Sébastien Pidoux und Joachim Günther.

„Im Sprintrennen hatte ich eine turbulente Zeit und überhaupt nicht damit gerechnet, am Ende auf dem obersten Treppchen zu stehen“, berichtete Gregor Burkard vergnügt. „Inmitten der Junior-Piloten war ich in bester Gesellschaft und musste mich anfangs immer wieder gegen die Überholversuche von Alexander Fach wehren. Die letzte Runde verlief etwas chaotisch und ich hatte Glück, da als Sieger hervorzugehen.“

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Die Francesco-Fenici-Festspiele in der GT4 Clubsport-Kategorie fanden auch in Mugello ihre Fortsetzung: Der Römer fuhr bei seinem zweiten Heimspiel bereits den vierten Sprint-Laufsieg der Saison ein – und dies erneut in überzeugender Manier. Schon im Qualifying hatte er sich mit seinem Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport MR um gut 1,1 Sekunden von der Konkurrenz abgesetzt. Nach dem Start eilte er von der Pole-Position zu einem letztlich unbedrängten Sieg. Fast selbsterklärend, dass der Italiener dabei auch die schnellste Runde drehte.

Hinter Fenici ging es deutlich spannender zu. Alexandre Mottet hatte seine zweite Position in der ersten Runde an „Boga“ verloren, gab aber nicht auf. Im elften von insgesamt 13 Umläufen holte er sich diesen Platz wieder zurück und verteidigte ihn bis ins Ziel gegen den Italiener und den ebenfalls heftig drängelnden Laurent Misbach. Fünfter wurde Paul Surand. Im Qualifying noch Siebter, hatte er in den ersten beiden Runden schon Patrick Schetty und Thomas Herbst überholt. Schetty, im 718 Cayman GT4 Clubsport ohne MR-Paket unterwegs, liess sich anschliessend nicht abschütteln und beendete das Rennen als Sechster. Herbst wurde bis auf Platz zehn durchgereicht, durfte sich aber über den Sieg unter den Teilnehmern mit dem Cayman GT4 Clubsport-Vorgängermodell freuen.

Als wahrer Krimi entpuppte sich in der GT4 Challenge-Klasse das Endurance-Rennen über die 100-Meilen-Distanz auf abtrocknender Strecke. Francesco Fenici hatte sich beim Start von der Pole-Position für profillose Slick-Reifen entschieden und wurde in den ersten von 30 Runden zunächst nach hinten durchgereicht. Im achten Umlauf lag er noch abgeschlagen auf Rang sechs, dann erreichten die Pneus ihr Arbeitsfenster und eine furiose Aufholjagd begann. Wiederum acht Runden später hatte er sich bereits an Laurent Misbach, den bis dahin Erstplatzierten der GT4-Wertung, herangepirscht und ging wenig später in Führung. Im Ziel trennten die beiden knapp 4,4 Sekunden. Dritter wurde Alexandre Mottet, der bereits in der Startrunde einen mächtigen Sprung im Gesamtfeld nach vorne gemacht hatte, vor dem Auto der Familie Paul und Corentin Surand.

„In Mugello bin ich mit dem 718 Cayman GT4 Clubsport MR zum ersten Mal überhaupt auf nasser Strecke gefahren“, verriet Francesco Fenici, der die Titelfrage nun Mitte Oktober beim Saisonfinale in Misano zu seinen Gunsten klären will. „Umso mehr freue ich mich über diese beiden Siege, die auf ganz unterschiedliche Weise zustande gekommen sind. Den Sprint auf trockenem Asphalt konnte ich von der Pole-Position aus dominieren. Im Endurance-Rennen bin ich das Risiko eingegangen, mit Slicks zu starten. Als es abtrocknete, konnte ich zurückschlagen. Ich weiss gar nicht, wie viele Autos ich überholt habe – aber unsere Strategie hat sich ausgezahlt.“

Porsche Drivers Competition Suisse (PDC)
Auf Präzision kommt es in der Porsche Drivers Competition Suisse an: Nur wer neun von zehn Runden mit möglichst geringer Abweichung von seiner eigenen Durchschnittszeit abspult, hat die Chance auf eine Topplatzierung. So wie Daniel Bütler in Mugello. Mit seinem Porsche 911 GT3 leistete er sich ein Delta von nur 2,12 Sekunden. Damit fuhr er noch mal gleichmässiger als Nicolas Garski, der sich um die Winzigkeit von acht Hundertstelsekunden geschlagen geben musste. Peter Gafner als Drittplatziertem fehlten schon zwei Zehntel, dennoch war er der heimliche Gewinner: Als Tabellenführer konnte er seinen Vorsprung vor Fabio Resico und Robert Schwaller ausbauen, die auf dem italienischen Autodromo hinter ihm die Positionen vier und fünf belegten.

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