4. Lauf in Dijon

Vierter Lauf der Porsche GT3 Cup Challenge und des Porsche Sports Cup Suisse

Zum Beginn der zweiten Saisonhälfte spitzt sich der Titelkampf um die Porsche GT3 Cup Challenge Suisse (GT3CC) zu: Routinier Jean-Paul von Burg hat auf dem 3,722 Kilometer kurzen Circuit de Dijon-Prenois beide Sprintläufe für sich entschieden und die Führung in der Fahrerwertung übernommen. Der bisherige Spitzenreiter Antonio Teixeira – gefördert von dem Verband Schweizer Porsche Clubs (VSPC) und der Porsche Schweiz AG – kam im ersten Rennen nicht über Platz 15 hinaus. In Lauf zwei stellte der 18-Jährige sein Talent jedoch unter Beweis und kämpfte sich aus dem hinteren Mittelfeld bis auf die zweite Position vor. Auch in der Cayman GT4 Clubsport-Klasse innerhalb des Porsche Sports Cup Suisse (PSCS) erlebte der Tabellenführer einen schwierigen Auftritt: Der 21-jährige Neueinsteiger Linus Diener konnte in beiden Dijon-Rennen kaum punkten, verteidigte aber Rang eins der Fahrerwertung gegen Doppelsieger Laurent Misbach, der in der Meisterschaft auf die zweite Position vorrückte. Mit Rang zwei hinter Andreas Ritzi sorgte Sandra Auer in der Porsche Driver’s Challenge Suisse (PDC) für die Überraschung des Wochenendes.

Porsche GT3 Cup Challenge

Turbulent ging es auf dem ehemaligen Formel 1-Kurs von Dijon-Prenois in der Porsche GT3 Cup Challenge zu, auch wenn sich Routinier Jean-Paul von Burg mit zwei ersten Plätzen und zwei schnellsten Rennrunden nahezu das Punktemaximum aus den beiden 18-Runden-Sprintläufen sichern konnte. Damit übernimmt der Meister von 2017 auch wieder die Führung in der Fahrerwertung. Im Qualifying hatte sich von Burg noch mit der fünftbesten Zeit begnügt, startete aber trotzdem aus der zweiten Reihe, da Carlo Lusser seine Pole gegen zwei neue Rennreifen eingetauscht hatte und dafür um drei Positionen zurückgestuft wurde. Schon aus der ersten Runde kehrte von Burg aber als Dritter zurück. Im fünften Umlauf ging er an Dominik Fischli vorbei und in Runde zehn war auch Lusser fällig, der sich in der Startphase zunächst auf Rang zwei vorgeschoben und ab dem dritten Umlauf die Führung behauptet hatte. Im Ziel von Lauf eins hiess die Reihenfolge entsprechend von Burg, Lusser und Fischli vor Rolf Reding und Oliver Dietzler, der aus seiner zweiten Startposition kein grosses Kapital schlagen konnte.

Wenig Glück hatte auch Antonio Teixeira. Der vom Verband Schweizer Porsche Clubs (VSPC) und der Porsche Schweiz AG geförderte 18-Jährige fiel in Runde eins vom sechsten Startplatz bis ans Ende des 26-Teilnehmer-Feldes zurück. Erst zur Rennhälfte hatte das Nachwuchstalent den Anschluss wieder geschafft, mehr als Platz 15 lag für ihn aber nicht mehr in Reichweite. Erfolgreicher agierte sein Teamkollege Andreas Corradina. Nach einem durchwachsenen Qualifying ging der Italiener als Viertletzter in den ersten Sprintlauf, war nach der ersten Runde bereits 16. und kämpfte sich bis zur Zielflagge auf Rang sechs vor. Ähnliches gelang Manuel Nicolaidis: Der Vierte des Qualifyings liess einen kompletten Satz neuer Michelin-Slicks aufziehen und wurde dafür ans Ende der Startaufstellung verbannt – was ihn in keiner Weise davon abhielt, das Rennen gleich hinter Corradina auf der siebten Position zu beenden.

Auch das zweite Sprintrennen nahm Jean-Paul von Burg von Startplatz vier auf: Dieses Mal war er es, der für zwei Jokerpneus die entsprechende Rückstufung kassiert hatte. Damit ging die Pole Position an Carlo Lusser vor Dominik Fischli und Alexander Fach. Nach Runde eins hiess die Reihenfolge aber bereits Lusser vor von Burg, und im sechsten Umlauf setzte sich der Altmeister wieder an die Spitze. Den Sieg wollte ihm aber ein anderer streitig machen: Antonio Teixeira – wegen Jokerreifen nur von Platz 18 gestartet – hatte schon in der Auftaktrunde elf Plätze aufgeholt. Nach 14 Umläufen und einer Safety-Car-Phase wurde der 911 GT3 Cup des Förderpiloten im Rückspiegel des Führenden immer grösser. Attackieren konnte er von Burg allerdings nicht mehr: Mit 0,602 Sekunden Rückstand musste sich Teixeira, der trotzdem die Geschichte des zweiten Sprintlaufs geschrieben hatte, mit Rang zwei begnügen. Direkt dahinter: Lusser und Fischli sowie Manuel Nicolaidis und Andreas Corradina.

Für Aufsehen sorgte auch Ricardo Burkard. Auf vier neuen Pneus unterwegs, hatte sich der Eidgenosse als 26. in die Startaufstellung einreihen müssen – das Ziel sah er auf Platz zwölf.

„Das war ein super Wochenende für mich“, freut sich Jean-Paul von Burg, der neue Spitzenreiter der Porsche GT3 Cup Challenge. „In beiden Sprintläufen konnte ich schnell die Führung übernehmen und danach das Geschehen kontrollieren. Mein Porsche war gut eingestellt und auch die Strategie mit den Joker-Reifen für das zweite Rennen hat gestimmt.“

Porsche Sports Cup

Der Durchmarsch von Linus Diener in der Cayman GT4 Clubsport-Klasse des Porsche Sports Cup Suisse (PSCS) fand in Dijon ein jähes Ende: Nach fünf Siegen und einem dritten Rang bei den ersten sechs Wertungsläufen dieser hart umkämpften Kategorie erlebte der Neueinsteiger auf der 3,722 Kilometer langen Berg- und Talbahn ein Wochenende zum Vergessen. Im ersten Sprintrennen kämpfte Diener bis zur zwölften von 17 Runden um die Spitze, trotz schnellster Rennrunde musste er dann aber vorzeitig aufgeben. Lauf zwei nahm er entsprechend nur von der 18. Position auf und kämpfte sich innerhalb von neun Runden bis auf Rang fünf nach vorn. Der Versuch, Marcel Zimmermann zu attackieren, endete für beide jedoch mit dem Ausfall. Einen Grossteil seiner souveränen 60-Punkte-Tabellenführung hat Diener damit aufgebraucht.

Der grosse Profiteur hiess Laurent Miesbach. Schon im Qualifying hatte er mit der Bestzeit von 1:22,670 Minuten aufhorchen lassen und fuhr von der Pole-Position seinem ersten Saisonsieg entgegen. Im Ziel trennten ihn nach knapp 26 Minuten 4,384 Sekunden von Emmanuel Bello auf Platz zwei. Auch im zweiten Sprintrennen liess Miesbach nichts anbrennen und verwies Marcel Wagner – den Dritten des ersten Laufs – um knapp zwei Sekunden auf den Ehrenrang. In der Fahrerwertung rückte der Doppelsieger damit auf Platz zwei vor. Konnte Wagner seinen direkten Verfolger Patrick Schetty in Rennen eins nur mit Mühe um 0,193 Sekunden auf Distanz halten, fiel der Vorsprung beim zweiten Sprint mit fast zehn Sekunden deutlich souveräner aus, obwohl sich Schetty die drei Extrapunkte für die schnellste Rennrunde sichern konnte. Jeweils dahinter klassifiziert: Amedeo Pampanini und Thomas Brauch.

Starke Vorstellungen lieferten auch Daniel Lang und Ivan Reggiani ab. Lang arbeitete sich im ersten Sprintrennen von Platz 16 um sieben Position bis auf Rang neun vor, obwohl er in der Startrunde zunächst noch Anthony Carpignano den Vortritt lassen musste. Reggiani überzeugte im zweiten Lauf mit einer ähnlich beeindruckenden Aufholjagd: Als 19. und Letzter ins Rennen gegangen, machte er schon in der ersten Runde fünf Plätze gut. Das Ziel erreichte der Schweizer als Elfter. Als Schnellster am Steuer des Porsche Cayman GT4-Vorgängermodells setzte sich jeweils Giacomo Riva bestens ins Szene. 

„Das lief für mich leider nicht nach Plan“, so Linus Diener. „Im ersten Lauf habe ich mir im Kampf um Platz eins einen Reifenschaden eingefangen und musste deswegen für das zweite Rennen von weit hinten starten. Meine Aufholjagd führte mich bis auf Rang fünf, endete aber nach einer Kollision bei einem Überholversuch.“

Porsche Driver's Challenge

Sandra Auer sorgte beim vierten Lauf der Porsche Driver’s Challenge (PDC) für die grosse Überraschung: Mit ihrem Porsche 718 Cayman erlaubte sie sich in Dijon-Prenois auf ihren zehn Wertungsrunden lediglich eine Abweichung von 2,21 Sekunden von ihrer kumulierten Durchschnittszeit – Platz zwei hinter Andreas Ritzi, der seinen persönlichen Mittelwert von 1:34,10 Minuten im Verlauf der zehn Runden insgesamt gar nur um 2,15 Sekunden über- oder unterschritten hat. Nach Rang zwei in Imola war es für den Porsche 911 GT3 RS-Piloten der erste Saisonsieg und der Sprung auf Rang drei der PDC-Zwischenwertung. Tabellenführer Massimo Salamanca büsste in seiner vierten Runde alle Chancen auf ein Spitzenergebnis ein und musste sich im französischen Burgund mit Rang sieben begnügen. Dank der zweitbesten Qualifying-Zeit und der zweitschnellsten Rennrunde heimste er jedoch acht weitere Punkte ein. Die jeweiligen Bestwerte sicherte sich Neueinsteiger Philipp Müller, der am Ende Zwölfter wurde. Damit konnte Salamanca seinen Vorsprung vor Le-Castellet-Sieger Robert Schwaller, der in Dijon hinter Titelverteidiger Peter Gafner und vor Peter Meister auf Platz fünf kam, weiter ausbauen. Auf den weiteren Positionen: Jürg Herter und Xavier Penalba, während Fritz Scheer mit seinen Porsche 911 Carrera GTS die Top 10 komplettierte.

„Nach der Sommerpause sind wir erfolgreich in die zweite Saisonhälfte der GT3CC sowie des PSCS gestartet und haben wieder ein sehr diszipliniertes Rennwochenende ohne grosse Zwischenfälle, aber mit der gewohnt familiären Atmosphäre erlebt“, so Xavier Penalba vom VSPC. „Glück hatten wir mit dem Wetter, das auch am Samstag trocken blieb – Regenrennreifen brauchten nicht zum Einsatz kommen. Beeindruckend war die Vorstellung von Jean-Paul von Burg, der in der GT3 Cup Challenge zweimal zum Sieg fuhr.“

Das fünfte von sechs Rennwochenenden der GT3CC und des PSCS findet vom 26. bis 28. September im italienischen Mugello nördlich von Florenz statt.

Ranglisten

Rangliste Porsche Sports Cup Suisse / Porsche Drivers Challenge Suisse

Vierter Lauf vom 15. - 17. August 2019 in Dijon

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Impressionen